Yang Sheng für das Holz-Element
Der Frühling - fördert Dynamik und Expansion
Auch der gewaltigste Baum, war ein Keimling fein wie Flaum
Ein Turm von neun Stockwerken, stieg aus einem Häufchen Erde hinan
Eine Reise von tausend Meilen, fängt unter deinen Füssen an
(Kap 64, Dao de jing; Laotse)

Der Frühling ist die kraftvollste Zeit des Jahres, alles wächst und sprießt!
Wie der Baum, der neue Triebe bildet, möchte sich auch unsere Energie, das Qi, dynamisch nach außen richten.
Daran wird sie durch den im Winter träge gewordenen Stoffwechsel gehindert und eingebremst. Die Folgen davon spüren wir als Müdigkeit, Erschöpfung oder kleinen „Speckröllchen“ um den Bauch.
Im Frühling steht das Holz-Element für Wachstum, Erneuerung und den freien Fluss von Qi. Durch gezielte Ernährung, Bewegung, Darmgesundheit und Qigong lässt sich die Leber stärken, das Immunsystem aktivieren und körperliche sowie mentale Balance fördern.
Das Holz-Element
Das Holz-Element mit seinen Organen Leber und Gallenblase sowie die dazugehörigen Meridiane, Muskeln, Sehnen, braucht die Entfaltung. Es muss sich „Luft machen“, sonst wird es - wie viele Menschen es ausdrücken - „unrund“.
Ist das Holz intakt, gilt das Zitat großen Militärstrategen Meister Sun Zi :
„Der General (die Leber ) arbeitet die Strategie aus, die Gallenblase entscheidet über die korrekte Durchführung….dazu braucht es Mut und Urteilsvermögen.“
Holz Menschen sind ideale Checker, Manager, sie sind General ihres Lebens, entschlossen, mutig, nicht zögerlich, solange sie nicht eingebremst werden. Dieser Mut wird in China der Gallenblase zugeschrieben, mit ein Grund warum leider immer noch Bärengalle unerlaubt zur Therapie eingesetzt wird.
Eine schwache Gallenblase macht nicht nur Verdauungsprobleme sondern auch zögerlich, diese Menschen können sich nicht entscheiden.
Meister Sun Zi sagt: „Man mag genau wissen wie man siegt, ohne aber fähig zu sein, es zu tun."
Die Natur ist für diese Phase bestens vorbereitet
Gerade der Frühling bringt uns jene Pflanzen hervor, die besonders unsere Leber und Nieren so wunderbar entgiften.
Die ersten Frühlingspflanzen wie zum Beispiel Löwenzahn, Brennnessel, Bärlauch und Gänseblümchen enthalten Inhaltsstoffe, die genau das tun.
Brennnessel können morgens als Tee getrunken, Bärlauch, Löwenzahn und Gänseblümchen als Salat, oder gedünstet gegessen werden. Getreide wie Gerste, mit leicht bitterem Geschmack helfen der Leber bei ihrer Funktion zu entgiften ebenso leicht bittere Gemüse wie Radicchio, Rucola oder Chicorée.
Neben den pflanzlichen Helfern, können wir den Frühling auch nutzen, um unser von der Kälte und Finsternis geschwächte Immunsystem wieder aufzubauen - durch Bewegung im Freien, einen Boost der Darmbakterien und Übungen zur inneren Harmonie.
Bewegung wirkt positiv auf das Immunsystem
Sport provoziert kurzfristig einen systemischen Entzündungsreiz, mittelfristig kehrt sich dieser Effekt aber um, und trägt zu einem anti-entzündlichen Milieu bei. Über längere Zeiträume betrachtet, scheint die anti-entzündliche Wirkung den präventiven Effekt von Sport bezüglich Verfall des Nervensystems (neurodegenerative Erkrankungen) erklären zu können .
Neben diesem Schutz-Effekt des Nervensystems (neuroprotektiven Effekt), weist die aktuelle Studienlage auch auf einen positiven Einfluss auf die Hirnleistung hin.
Körperliche Aktivität bringt zahlreiche Vorteile, so haben z.B. Kinder und Jugendliche, die sich bewegen, eine bessere Herzgesundheit, ihre Lungen funktionieren besser. Die Muskulatur wird trainiert und der Knochen Aufbau unterstützt. Davon profitieren sie bis ins hohe Alter. Sie lernen leichter und haben auch ein besseres Sozialverhalten.
Bewegung fördert gute Stimmung
Die geistige Aktivität wird durch die körperliche Anstrengung reduziert.
Statt für denken und emotionale Prozesse werden die Ressourcen in Regionen gebraucht, die etwa für Muskulatur, Atmung und Körperwahrnehmung zuständig sind. Es werden dabei Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin abgebaut, die „Wohlfühlhormone“ Serotonin und Dopamin vermehrt produziert.
Damit wirkt Sport stimmungsaufhellend, sogar Angst lösend.
3x/Woche à 45 Minuten sind schon effektiv.
Regelmäßige Bewegung senkt die Aktivität im Stirnlappen unseres Gehirns (präfrontaler Cortex) ab, ein Flow- Zustand stellt sich ein. Unter „Flow“ verstehen Psychologen das wohlige Gefühl in einer Tätigkeit, eine Art energiegeladenen Tätigkeitsboost, wo alles wie von selbst abläuft.
Darmbakterien unterstützen das Immunsystem
- Lactobacillus acidophilus (L. acidophilus) und andere Lactobacilli verbessern nicht nur die Barriere-Funktion in der Schleimhaut, sie unterdrücken die Bildung von pro-entzündlichen Proteinen, den sogenannten Zytokinen. Sie halten so das Gleichgewicht zu anti-entzündlichen Proteinen aufrecht.
- Lactobacillus plantarum wirkt z.B. anti-entzündlich durch Produktion von Interleukin10.
- Bifidobakterien nehmen kontrollierend Einfluss auf Entzündung, damit auch auf die Krebs Entstehung und Allergien, verbessern die Barriere, hemmen schädliche Bakterien, sowie pro-entzündliche Zytokine.
- E.coli Nissle (EcN) schützt gegen Infektionen mit z.B. Salmonellen, Candida und anderen nicht willkommenen Mitbewohnern. Es repariert die Darmwand und moduliert die tight junctions, jene Zellverbindungen, die im Darm so eine Art „Türsteher“-Position einnehmen. Sie verhindern das Eindringen unliebsamer Akteure in den Darm.
Liu Zi Jue 六字 訣 - die 6 heilenden Laute (4.Jh)
Eine Form des Qigong, für die Gesundheit des Geistes und für langes Leben.
Dabei wird den 5 Wandlungsphasen jeweils ein Ton zugeordnet, der zusammen mit der Atmung eine Schwingung erzeugt. Diese Schwingung lässt das Qi der jeweiligen Organe frei fliessen.
Der Ton des Holzes ist Xu - gesprochen wie sssüüü, wobei die Zähne zusammen bleiben.
Probieren sie es aus:
Eine entspannte Steh-/Sitzposition einnehmen - tief durch die Nase einatmen - dann langsam, leise sssüüüüü ausatmen. Dabei den Organen ein Lächeln schicken und ihnen für ihre unermüdliche Tätigkeit danken.
8x wiederholen (sie sollten eine angenehme Schwingung unter den Rippenbögen verspüren).

